Freitag, 26. Februar 2010

Probleme der Kinder = Probleme der Eltern

Rund die Hälfte der Schulkinder hat schon zumindest einmal therapeutische Unterstützung bekommen. Zu diesem Schluss kommt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Mehr als jedes vierte Kind zwischen sechs und 18 Jahren erhielt Sprachtherapie (Logopädie), fast jedes fünfte Ergotherapie und ebenso viele Kinder waren bei der Krankengymnastik. Mindestens eins von zehn Kindern wurde psychotherapeutisch betreut. Zudem ergab die Umfrage, dass Mädchen deutlich häufiger betroffen sind, nur knapp 40 Prozent der therapierten Kinder waren Jungen.

Die Umfrage ergab, dass der Anteil der Kinder, die täglich mehr als zwei Stunden fernsehen, unter Kindern mit Therapieerfahrung größer ist als unter Schülern, die ohne professionelle Hilfestellung groß werden. „Sprechen lernt man nicht vor dem Fernseher. Für die sprachliche - und natürlich auch motorische Entwicklung - ist es wichtig, dass die Kinder sich und ihre Umwelt im richtigen Leben wahrnehmen. Dafür ist der Austausch mit anderen, die soziale Interaktion ganz wesentlich“, betont York Scheller, Psychologe bei der TK. „Unsere Umfrage zeigt jedoch, dass gerade die Kinder, die heiltherapeutische Hilfe benötigen, seltener mit Freunden spielen als andere.“

Über zehn Prozent der Eltern gab an, dass ihr Sohn bzw. ihre Tochter sich überhaupt nicht mit Freunden trifft.  Weitere 37 Prozent spielen maximal eine Stunde täglich mit anderen Kindern.

„Was für unsere Generation noch selbstverständlich war, sich nach Schule und Hausaufgaben mit Gleichaltrigen zu treffen, gilt heute offensichtlich für immer weniger Kinder. Dabei ist genau dies für sie so wichtig. Das Spielen mit anderen fördert Neugier und Selbstständigkeit. Die Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang und nur wenn sie die Chance haben, sich auszutoben, können sie auch am Vormittag die nötige Konzentration für die Schule aufbringen und haben nachts einen gesunden Schlaf.“
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Der Psychologe empfiehlt, für einen geregelten Tagesablauf zu sorgen, den Kindern ausreichend Gelegenheit zum Spielen und Toben zu geben und gemeinsame Rituale wie eine Gute-Nacht-Geschichte oder einen Spielenachmittag einzuplanen. Damit ist eine gute Basis gegeben, um Sprache, Koordination und Phantasie zu entwickeln.
(Quelle: Techniker-Krankenkasse)
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Über solche Dinge muss man sprechen, wenn man schulische Leistungen der Kinder verbessern will: Es genügt nicht, die Grundschulzeit von 4 auf 6 Jahre zu erhöhen oder didaktische Spiele und Scherze einzuführen. Die schöne linke Idee von der gemeinsamen Schulzeit nützt nur etwas, wenn das Elternhaus "funktioniert" bzw. die Erziehung "richtig" gelaufen ist - ist sie aber oft genug nicht: Die Probleme der Kinder sind meistens die Probleme der Eltern!
Bitte kurz über einen Aphorismus Goethes nachdenken:
"Sieht man ein Übel, so wirkt man unmittelbar darauf,
das heißt, man kuriert unmittelbar aufs Symptom los."

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