Dienstag, 23. Februar 2016

Merkmale und Zweck der erlebten Rede


Zuerst nenne ich drei Links, wo man sich über die erlebte Rede, eine Form des personalen Erzählens, informieren kann:
http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_gat/d_epik/strukt/darb/darb_fig_erl_3.htm (Merkmale teilweise falsch!) Gut wird dort der Zweck der Verwendung erlebter Rede erklärt: 'Die erlebte Rede eignet sich besonders gut zur Vermittlung subjektiver, flüchtiger, in sich widersprüchlicher, affektiv geprägter Zustände, Phasen und Reflexe der Psyche (vgl. Vogt 1990, S.166-173). Diese "besondere Eignung der erlebten Rede zur Darstellung des Affektischen und Intimen macht ihren psychologischen Tiefgang aus. Sie will das zaghaft Gesprochene, das blitzartig durchs Bewusstsein Zuckende, das nicht zu Ende Gedachte erfassen. Alles scharf Umrissene, logisch Formulierbare, mit Bedacht Gesprochene ist ihr von Natur aus fremd und könnte besser in der Form der direkten oder indirekten Rede ausgedrückt werden. Dem Autor, der die erlebte Rede verwendet, ist es darum zu tun, ein direktes Schlaglicht auf die geistig‑seelische Situation seiner Figur zu werfen." (Hoffmeister 1965, S.22)'
Wenn ich recht sehe, ist die erlebte Rede in ein neutrales Erzählverhalten eingebettet (und manchmal nicht exakt abzugrenzen). Das wichtigste Kennzeichen erlebter Rede ist die Modifizierung (d.h. abtönende Veränderung der einfachen Aussage) einer Äußerung. Als Modalwörter fassen wir unflektierte Wörter, mit denen der Sprecher oder Schreiber nicht nur etwas mitteilt, sondern zusätzlich zu einem Sachverhalt selber Stellung nimmt:
1. zum Geltungsgrad einer Aussage:
a) bestätigend, bekräftigend (bestimmt, tatsächlich, wirklich, zweifellos…)
b) einschränkend (allerdings, eigentlich, freilich)
c) vermutend (anscheinend, offenkundig, wahrscheinlich…)
d) zweifelnd (kaum, möglicherweise, vielleicht, scheinbar…)
e) sich distanzierend (angeblich, vorgeblich)
f) verneinend (keinesfalls, keineswegs)
2. gefühlsmäßig Stellung nehmend:
a) positiv (erfreulicherweise, hoffentlich, gottlob…)
b) negativ-bedauernd (bedauerlicherweise, leider…)
* Außer durch Modalwörter können auch Modalverben und die beiden Formen des Konjunktivs Äußerungen modifizieren.
* Fragen entsprechen oft den Modalwörtern des Zweifelns, der Unsicherheit – es sind dann aber keine rhetorischen Fragen!
* Wichtig sind auch Zeit- und Raumadverbien, die sich auf einen Ich-Standpunkt beziehen („hier – jetzt“) und somit „ich“ implizieren.
* Die Anteilnahme eines Ich zeigen emphatische Ausrufe (Interjektionen: „Ach Gott“; „nun“, wenn es nicht Zeitadverb ist) an, vielleicht auch ironische Untertöne – verallgemeinert gesagt: Alle Anzeichen oder Signale der Stellungnahme eines denkenden und erlebenden Ichs im erzählten Text (also von Subjektivität – die passt nicht zu einem neutralen Erzähler!) machen die erlebte Rede aus.  
* Falsch ist es, redeeinleitende Verben und explizite Ankündigung von Gedanken als Merkmale erlebter Rede zu betrachten und die eine Unklarheit bezeugenden Fragen „rhetorische Fragen“ zu nennen.
Sowohl bei Ralf Sudau (Franz Kafka: Kurze Prosa/Erzählungen. 16 Interpretationen, Klett 2007, S. 172 f.) wie bei teachsam finden sich Fehler in der Erklärung der erlebten Rede.
Vgl. auch https://norberto68.wordpress.com/2011/02/13/personales-erzahlen-zu-stanzel/!

Donnerstag, 18. Februar 2016

Schiller in gender-Sprache


Schiller in gender-Sprache:
Deine Zauber binden wieder, was die Mode streng geteilt,
alle Menschen werden Schwestern, Brüder waren sie bis gestern.

Dienstag, 16. Februar 2016

Die Wortarten

Die Wortarten – laut Duden: Die Grammatik, 8. Auflage

1. Die flektierbaren Wortarten:
* das Substantiv (der Baum, die Frau, das Auto)
* Artikelwörter und Pronomen
- Personalpronomen (ich, du, ihr, sie…)
- Reflexivpronomen (ich → mich, ihr → euch, er → sich usw.)
- Possessivpronomen (mein, sein, euer…)
- Demonstrativpronomen (das betonte „der“ ohne Substantiv, dieser – jener, derjenige, deselbe)
- der bestimmte Artikel (der, die das)
- Relativpronomen (der, welcher, wer)
- Interrogativpronomen (wer, welcher, was für ein)
- Indefinitpronomen (all, beide, ein bisschen – ein wenig – ein paar, ein – irgendein, einige – etliche, -erlei, etwas, genug – genügend, irgend-, jeder – jedweder – jeglicher – jedermann, jemand – niemand, kein, man, manch, mehrere, meinesgleichen, nichts, sämtlich, solch, unsereiner, viel – wenig, welch, wer – was)
- der unbestimmte Artikel (ein, eine, ein)
* das Adjektiv (gut, rund, grün)
* das Verb (geben, sein, kaufen)

2. Die nicht flektierbaren Wortarten:
* das Adverb (hier, heute, so, folglich… - auch Adjektive können unflektiert als Adverbien gebraucht werden)
* die Partikel (aber, nicht, schon, sogar, bloß, vielleicht, nur, etwa, pfui…)
* die Präposition (in, vor, durch, wegen…)
* die Junktionen
- die Konjunktion (und, wie, sowohl – als auch, weder – noch, oder, doch, wenn auch, denn…)
- die Subjunktion [oft auch „nebenordnende Konjunktion“ genannt] (dass, ob, als, wenn, während, indem, als ob, zumal da…)

Die Lehre von den Wortarten ist nicht unproblematisch; ich habe hier die in der Duden-Grammatik aufgeführten Wortarten aufgezählt, damit Schüler nicht hilflos von „Wörtern wie...“ sprechen müssen, sondern die Wortarten benennen können.

Wer sich intensiver mit den Wortarten befassen will, kann das hier tun:
http://home.edo.tu-dortmund.de/~hoffmann/Wortart.html (schlau)
https://oberprima.com/deutsch/woerter-uberblick-einstieg-deutsche-grammatik/ (einfach)
https://is.muni.cz/el/1421/jaro2011/NJI_1101/Die_Wortarten.doc (schwer - eher für Leute, die es schon i.W. wissen)
http://dietrich-schaeckermann.de/html/Grammatik/wortarten.htm (ausführlich, aber mit der problematischen Kategorie „Zahlwort“ = Numerale)
https://norberto68.wordpress.com/2010/10/08/wortarten-wortklassen/ (alter Aufsatz von mir)
Zum einfachen Trainieren: http://www.palkan.de/d-zuordnung2.htm
Zum intensiven Üben: http://www.deutschunddeutlich.de/index.php?SUBJECT=&actualid=25&which_set=29
http://www.coli.uni-saarland.de/~tania/ws2010/Folien/VL_07.pdf (sehr klarer Einführungskurs) 
http://www.germanistik.hhu.de/fileadmin/redaktion/Fakultaeten/Philosophische_Fakultaet/Germanistik/Germanistische_Sprachwissenschaft/Dateien/Busse/Text/Busse-1997-03.pdf (zur Problematik der WA)

 
 
Im Wörterbuch canoonet (http://www.canoo.net/) wird zu jedem Wort die Wortart (hinter einem Doppelpunkt) angegeben. Man stellt dabei fest, dass die Liste der Wortarten im Duden: Grammatik mit der im Wörterbuch canoonet nicht übereinstimmt (z.B. bei „pfui“: im Duden eine Partikel, im canoonet Interjektion) – damit muss man leben; es ist eine Tatsache, dass es eine einheitliche und sichere Theorie der Wortarten nicht gibt und nicht geben kann, selbst wenn einzelne Kultusministerien (Bayern) verbindliche Listen von Wortarten vorgeben. Der Schülerduden Grammatik begnügt sich deshalb mit fünf bzw. sechs Wortarten (alle nicht flektierbaren Wörter werden unter „Partikel“ zusammengefasst), wogegen man natürlich auch wieder Einwände vorbringen kann...

Die Lehre von den Wortarten ist deshalb problematisch, weil sich bei der Einteilung verschiedene Kriterien überschneiden. Das sieht man gut im Skript "Grundlagen der deutschen Grammatik für DaF":
Welche Wortarten gibt es? Wie werden sie unterschieden?
Klassifikationssysteme
inhaltlich: semantisch
Substanz
Eigenschaft
Prozess
Relation
formal: morphologisch
deklinierbar
konjugierbar
unveränderlich
distributionell: syntaktisch
Adjektive / Substantive; Adverbien / Verben
Substantive: + Artikel / Pronomen: - Artikel
Präpositionen: Substantiv / Pronomen


Man kann der Problematik der Wortarten teilweise entgehen, wenn man man bei der Textbeschreibung nicht Wörter, sondern Satzglieder benennt. Vgl. dazu: https://norberto68.wordpress.com/2011/02/14/satzlehre-der-deutsche-satz/

Einen anderen Versuch, Texte oberhalb der Wortebene zu erfassen und Elemente zu benennen, stellt die Theorie der Sprechakte oder des sprachlichen Handelns dar. Diese Theorie, die Bühlers Organon-Modell differenziert, zu kennen ist für jedes Verstehen von Äußerungen und Texten unerlässlich:



 
 
 
 

Sonntag, 14. Februar 2016

Grundwortschatz - Listen

http://www.gut1.de/grundwortschatz/grundwortschatz_500.html

Alphabetisierung

Kleine Filme:
https://www.youtube.com/watch?v=EU0C-ehhSbg (wohnen 2)

Vgl. auch die Filme, die hier genannt sind:

http://projetbabel.org/forum/babel/index.php?lang=deu&page=dictionnaire (Babel-Wörterbuch: Themen – verschiedene Sprachen – einfache Wendungen)
http://norberto42.blogspot.de/2016/01/deutsch-sprechen-aussprache.html (Aussprache der Laute und Wörter)

Weitere Seiten mit Materialien oder Links dahin:
http://alpha.rlp.de/g5461 (Links für Materialien!)
https://de.islcollective.com/resources/search_result?Tags=Alphabetisierung&searchworksheet=GO&type=Printables 23 Arbeitsblätter


http://www.sfz-wien.at/index.php/material Materialien Sfz Wien
http://www.allgemeinbildung.ch/fach=deu/=deu.htm (Buchstaben und Wörter - am PC zu bearbeiten)
http://grundbildung.org/arbeitsblaetter/ (AB Grundbildung – schwieriger)
https://alphabetisierung.wordpress.com/ (Unterrichtsvorschläge für Arbeit am PC)
http://www.alphabund.de/1733.php (Alphabund)
http://www.ich-will-lernen.de/ (Mat. – Anmeldung erforderlich)
http://www.daf.de/ DaF

http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/schule/grundschulportal/publikationen_grundschule/auf_den_anfang_kommt_es_an_2013.pdf (Theorie: Basale Lesefähigkeiten sicher erwerben)
http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Integrationskurse/Kurstraeger/KonzepteLeitfaeden/konz-f-bundesw-ik-mit-alphabet.pdf?__blob=publicationFile (Konzept Alphabetisierungskurs)
http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Integration/Sonstiges/konzept-kurse-asylbewerber.pdf?__blob=publicationFile (Erstorientierung und Deutsch Lernen für Asylbewerber – von BaMF und Bayern – für Erwachsene)
http://www.daf.tu-darmstadt.de/media/daf/dateien/pdfs/studienarbeiten/Schroeder_Alphabetisierung_2011.pdf (Theorie)

Es gibt einen großen Streit, mit welcher Schrift Kinder zu schreiben beginnen sollen. Für die Alphabetisierung von Ausländern scheint sich durchgesetzt zu haben, dass man am besten mit einer serifenlosen (= schnörkellosen) Druckschrift anfängt. Material zum Schreibenlernen und -üben:
http://www.unkonzentrierte-schueler.de/Pages/GratisDownload.aspx (verschiedene Schriften, u.a. Druckschrift - schöne Vorlagen) http://www.pahaa.de/Deutsch_B.php (schöne Vorlagen zu den Buchstaben usw.)
http://www.pelikan.com/pulse/Pulsar/de_DE.CMS.displayCMS.115754./praxis-schreibenlernen (systematische Einführung ins Schreibenlernen)
http://rechtschreib-werkstatt.de/rsl/html/methoden.html, darin die Datei:
http://www.rechtschreib-werkstatt.de/rsl/me/vd/html/primarschrift.html und dann weiter (Übersicht über Buchstabenformen, ohne Übungsmaterial) 
 

Siehe auch http://norberto42.blogspot.de/2016/02/grundwortschatz-listen.html

Dienstag, 2. Februar 2016

Alte Redewendungen - heutige und ursprüngliche Bedeutung

Böses im ________________ führen
sich aus dem _________________ machen
______________ im Sattel sitzen
jemanden im _________________ lassen
die _________________ aufheben
für jemanden eine _________________ brechen
sich aufs hohe _______________ setzen
jemanden in ___________________ bringen
sich die ___________________ verdienen
mit offenem __________________ kämpfen
für jemanden in die ____________________ springen
jemand in die ________________________ weisen
sich für eine Reise ____________________
jemand aus dem _____________________ heben
Das ist ______________- und stichfest.

Du findest hier 15 sprachliche Wendungen, deren Ursprung in der Ritterzeit liegt. Ursprünglich waren sie wörtlich gemeint, heute werden sie nur im übertragenen Sinn gebraucht. Aufgabenstellung:
  1. Setze die folgenden Silben so zusammen, dass sie als Wörter in die Lücken passen (achte auf erforderliche Großschreibung): bre, de, fel, fest, har, hieb, ken, lan, nisch, ren, ross, rüs, sat, sche, schil, schan, sier, spo, staub, ten, stich, da, tel, vi, , ze.
  2. Erkläre die heutige Bedeutung der Redewendungen.
  3. Erkläre, was die Redewendungen ursprünglich bedeutet haben (greife evtl. auf ein etymologisches, historisches oder allgemeines Wörterbuch zurück!).

Montag, 1. Februar 2016

Plagiate finden

Normalerweise genügt es, einige Stellen aus einem Text - mit Anführungszeichen versehen - bei google einzugeben, um zu prüfen, ob der fragliche Text irgendwo abgekupfert ist; bei Arbeiten in Literaturkursen wird man darauf achten müssen, dass man Namen leicht durch andere ersetzen kann.
Es gibt aber auch Maschinen, die einem die Arbeit abnehmen; einige seien hier genannt, dazu gibt es nicht genannte tools zum Herunterladen, und vor allem ist der im letzten Link genannte Kurs zu empfehlen:
http://www.plagiatefinder.de/
http://www.plagscan.com/plagiatcheck/analyse.php
http://sucodo.de/ bzw. http://sucodo.de/run/?start-with=de
http://plagiarisma.net/de/
http://www.copyscape.com/
http://www.urheberrecht.justlaw.de/plagiate-finden.htm (Linksammlung)
http://plagiat.htw-berlin.de/ff/startseite/fremde_federn_finden (Kurs: Fremde Federn finden)

Vgl. auch https://norberto68.wordpress.com/2011/03/11/fremde-federn-finden-kurs-uber-plagiat/!