Mittwoch, 16. März 2016

Weblogs im Zusammenhang mit dem Unterricht

Ich bringe hier einen Vortrag aus dem Jahr 2009, dessen Links größtenteils veraltet sind, als ein Dokument jener Jahre - ich habe es aus dem Cache bei exalead gerettet, nachdem kulando.de im Herbst 2015 ohne Vorwarnung abgeschaltet worden ist:

Für den Hessischen Schulbibliothekstag 2009 (21. März in Hofheim) habe ich einen Vortrag zum Thema „Weblogs im Zusammenhang mit dem Unterricht“ konzipiert. Mangels Interesse ist der Vortrag gestrichen worden - hier ist er:
 
Standarddefinition: Ein Weblog ist ein Tagebuch.’   
Das ist aber nicht ganz richtig, weil damit nur eine mögliche Funktion der Weblogs erfasst wird.
Richtig ist Folgendes:    
1. Sie schreiben etwas, was virtuell einfach da ist: was von Ort und Zeit unabhängig wird. 
2. Sie können weitere Elemente hinzufügen, z.B. Bilder.  
3. Sie können den Text grafisch gestalten, und zwar durch
- Schrifttypen,
-
Schriftgröße,
- Schriftfarbe.
4. Sie können das, was Sie geschrieben haben, korrigieren: ergänzen, präzisieren, auch löschen, und das alles zu einer beliebigen Zeit.
5. Ihre Artikel sind in einer zeitlichen Reihenfolge geordnet [neue zuerst oder älteste zuerst]; aber Sie können das, was Sie schreiben, zusätzlich auch sachlich gliedern: bestimmten Themen oder Aspekten zuordnen – wie das geht, untersuchen wir später.
** Und das alles kostet Sie nichts (oder nur wenig), außer dem Zugang zum Internet, und Sie können das alles ohne technische Vorkenntnisse leisten.
** Freilich, wenn Sie eine technische oder künstlerische Ader haben, können Sie Ihr Weblog ganz toll ausbauen.
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Meine Frage an Sie:
Können Sie sich vorstellen, dieses Werkzeug Weblog zu nutzen,
- im eigenen Unterricht,
- für den eigenen Unterricht,
- im Umfeld des eigenen Unterrichts?
Auftrag: Differenzieren Sie Ihre Vorstellungen bitte nach Ihren Funktionen in der Schule, nach Fächern und nach Klassenstufen.
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Schauen wir uns ein paar Beispiele an,
a) was Lehrer mit Weblogs machen (lassen):
http://www.herr-rau.de/mt_rau/ (LK Deutsch, zwei Jahre lang)
http://tulgeywood.de/, dort bitte auf „other woods“ klicken, dann -> Deutsch und Englisch
http://mathestuff.de/ (Mathe-Referendar, bis Ende 2007, danach umgestellt)
http://www.bloghof.net/studioD (direkte Begleitung des Unterrichts im letzten halben Jahr)
http://norberto42.kulando.de (gleicher Lehrer, andere Leistungen des Blogs)
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Jetzt ist die Theorie dran: Was kann man mit Weblogs zum Unterricht machen?
Man kann folgende Ziele verfolgen, sagt http://www.educa.ch/dyn/129256.asp (dort unter „Weblog-Anwendungen...“):
* Repetition
* Reflexion
* Dokumentation [sehr breit verstehen: vom Terminkalender bis zum Portfolio]
* Anregung zum Schreiben
* Lernen durch Schreiben
* Wesentliches erkennen (Was der Autor sich hierbei wohl gedacht hat?)
* lernen, Inhalte zusammenzufassen
* Zusammenarbeit in der Gruppe fördern
* Kontakte zu Eltern, Behörden etc. pflegen/ermöglichen
* lernen, für ein Publikum zu schreiben. 
Ich ergänze: 1. Texte überarbeiten, 2. Kontakte zu anderen Blogs aufnehmen.
Eine weitere Übersicht bietet Herr Stangl:
http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/LERNTECHNIK/Weblogs.shtml
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Wo und wie richtet man ein Weblog ein?
Wichtig beim Bloggen ist für mich,
a) dass man Möglichkeiten hat, einen Text grafisch zu gestalten,
b) dass man später zur Korrektur einen leichten Zugriff auf ältere Beiträge hat.
Ich spiele das jetzt einmal bei kulando.de durch:
- auf der Startseite auf „anlegen“ klicken,
- alles ausfüllen (vorher überlegen: Namen, Titel und Passwort, notieren!),
- bei den Templates standardRot (statt sonst: standard) gewählt,
- ich bekomme eine mail an die von mir genannte Adresse, soll den dort angegebenen Link anklicken und starten.
Wenn ein Weblog (Blog) eingerichtet ist, kann man auch andere (etwa die Schüler) als Autoren anerkennen und mit Rechten der Nutzung ausstatten. Man geht dazu ins Kontrollzentrum, dort in die Kategorie Blogbenutzer verwalten, dort in Neuer Blogbenutzer; dort kann man durch Klicken vermerken, welche Rechte man dem neuen Blogbenutzer gibt.
Man kann auch Fremden den Zugang (Blick) aufs eigene Weblog verwehren und damit so etwas wie die Atmosphäre der Klasse oder des Elternabends wahren. Dazu kann man den Zugang an die Kenntnis eines Passworts binden. Das geht so: Im Kontrollzentrum gibt es unten das Security Plugin; darunter findet man Secret Blog - wenn man Secret Blog anklickt, kann man das "Plugin einschalten" und in der Zeile darunter das Passwort eingeben, dessen Kenntnis die Seiten des Weblogs erstöffnet. Beispiel: http://mads.kulando.de/post/2009/03/02/schule
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Das Problem des Ordnens
Das Problem taucht auf, wenn man mehr als zehn Beiträge geschrieben hat, die stehen bleiben sollen. Auf der geöffneten Seite gibt es unter ‚Artikel bearbeiten’ den Link Neue Kategorie, wo man eine solche anlegen kann. Unter „Kategorien“ kann man seine Kategorien besichtigen und löschen. - Wichtig ist noch, wenn man sein Weblog öffnet, das Dreieck neben dem Namen: Das klickt man zur Aktivierung der ganzen Maschine an; dann kann man oben rechts ins Kontrollzentrum gehen, von dort kommt man auf Blogeinstellungen und Benutzereinstellungen, das sind die wichtigsten Seiten, um seine Wünsche vorzumerken.
      Wenn man Kategorien angelegt hat, kann man bei einem neuen Beitrag diesen einer Kategorie zuordnen (auch mehreren, siehe dazu die Anweisung!).
      Wenn man seinen neuen Beitrag geschrieben hat, kann man Kommentare erlauben ..., sollte in jedem Fall entweder den Entwurf speichern oder den Beitrag richtig „eintragen“ (anklicken!); nach einer Korrektur heißt die Taste „aktualisieren“ (klicken)!
      Wenn man keine Kategorien anlegt, erscheinen die Beiträge einfach in der chronologischen Reihenfolge, also der neueste immer als letzter usw., absteigend zu den ältesten [bzw. umgekehrt, siehe oben!]. Am rechten Rand der fertigen Seite findet man Ordnungsmerkmale (und eine Suchmaske, für alle Fälle).
     Es gibt auch weblogs, bei denen man Stichwörter (tags) am Rand notieren kann; das Beste am Bloggen ist, dass man sein altes Blog auflösen [ober bestehen lassen] und ein neues anlegen kann, wenn man einen besseren Anbieter oder eine neue Idee findet.
Über Disziplin und Imagination - wie geht es weiter, wenn das Blog da ist?
Viele Weblogs scheitern daran, dass niemand dahinter steht, der diszipliniert arbeitet. Gute Ideen gibt es wie Sand am Meer, aber den täglichen Kleinkram regelmäßig zu erledigen, auch wenn man wirklich wenig Zeit hat, ist schwer. Ein Beispiel für viele ist http://6d.kulando.de/, ein Blog, an dem ein paar Tage lang gearbeitet wurde, dann war die Luft raus. Auf die Arbeitsdisziplin der Schüler darf man nicht vertrauen - man muss selber hinter der Sache stehen; und man muss bestimmte Vorstellungen (Ziele) verfolgen. Erst wenn sich Erfolge zeigen und/oder wenn man der Blog-Arbeit einen festen Platz im Arbeitsplan einräumt, bleibt die Lust am Bloggen erhalten.  
    Wenn das Blog dann einmal richtig läuft, vielleicht nach einem halben Jahr, kommen einem Ideen, was man sonst noch damit machen könnte - sagen wir vorsichtig: Sie können kommen, wenn man mit dem Herzen bei der Sache ist. Das sieht man an Herrn Rau, an hokey, an mir, an vielen anderen: Man entdeckt neue Möglichkeiten, genau wie sich bei mir die Kategorien etwa im Blog norberto42.kulando.de mit der Zeit differenziert haben. Das Bloggen folgt den Gesetzen, nach denen sich Lebendiges entwickelt.    
 
Ich verweise noch auf meine Linksammlung von November 2006 (mit Nachträgen):
http://norberto42.kulando.de/post/2006/11/18/blog_weblog_wiki_schule_unterricht_lernen_-_links - da kann man auch sehen, was andere mit und in ihren Blogs machen; allgemeiner: bei http://norberto42.kulando.de/ die Kategorie „Medien“ anklicken. Die mind map eines Vortrags des Kollegen Rau zum Thema ist hier zu finden; Lisa Rosa hat eine Seite für ein Seminar zum Thema gemacht.

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