Donnerstag, 16. November 2017

Tucholsky - Gedichte für die Schule


Im Gedicht „Die geschiedene Frau“ (1929) denkt diese zum Schluss:

                   Aber das ist schließlich überall
                   der erste Mann ist stets ein Unglücksfall.
                   Die wahre Erkenntnis liegt unbestritten 
                  etwa zwischen dem zweiten und dem dritten.
Dann weißt du. Vom Wissen wird man nicht satt,
aber notdürftig zufrieden, mit dem, was man hat,
Amen.“

Diese weise Resignation ist herrlich, aber Schüler können sie so noch nicht verstehen. Das ist ein Kriterium dafür, manche Gedichte Tucholskys hier nicht aufzunehmen, auch wenn sie gut sind. Das zweite Kriterium: Wenn ein Gedicht stark auf tagespolitische Ereignisse der Vergangenheit bezogen ist, kann man es selbst als Lehrer kaum, als Schüler nicht verstehen – also streichen! Von den verbleibenden Gedichten habe ich die ausgewählt, die mir gefielen und die ich für die Schule für geeignet hielt: auf dass es neben Kästner auch Kurt Tucholsky als einen Repräsentanten der Neuen Sachlichkeit bzw. der Weimarer Republik gebe. Ich habe mich bei der Auswahl an den Gedichten orientiert, wie sie auf der Seite textlog.de angeboten werden (http://www.textlog.de/tucholsky-deutschland.html); sämtliche Gedichte Tucholskys sollte man auf der Seite https://tucholsky.de/gedichte/ finden, wo sie aber alphabetisch geordnet sind – textlog.de ordnet sie (grob) nach dem Datum der Veröffentlichung, und da genauer als die Seite tucholsky.de.
Nach dieser schönen Vorrede nun die Liste der Gedichte, die man vielleicht in der Schule (Kl. 10-13) lesen könnte:
Die Schule
Wider die Liebe
Auf ein Frollein
Park Monceau
Zu tun! Zu tun!
Zweifel
Nächtliche Unterhaltung (?)
Zwei Seelen
An meinen Sohn
Der Rhein und Deutschlands Stämme
Das Ideal
Nebenan
Masse Mensch“
Liebespaar am Fenster
Bürgerliche Wohltätigkeit
Augen in der Großstadt (parallel: Fahrgäste)
Danach
Die Redensart
Stationen
Die Gefangenen
Also wat nu – ja oder ja?
Warte nicht!
Die Herren Eltern (dazu Frau Schnier in Böll: Ansichten eines Clowns)
Wenn es ums Dichten geht, kommen zwei weitere Gedichte in Frage: "Zuckerbrot und Peitsche" sowie "Lehrgedicht".
 
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